Liebe Forscher:in

ich habe folgende Frage: Wenn es in der Schweiz wieder mehr Moore gäbe, würde das nicht dazu führen, dass es auch mehr Tigermücken gibt? Ich verstehe, dass Moore gut für die Umwelt sind. Aber zur Zeit erhalten wir auch sehr viele Informationen, dass wir alle Wasserbehälter wie Giesskannen oder Blumentopfuntersetzer ausleeren sollen, damit Tigermücken dort keine Eier legen können.

Lieben Dank

Paul Vonarp

Lieber Herr Vonarp

Danke für Ihre Frage. Ja, mit den steigenden Temperaturen nehmen auch verschiedene Krankheiten zu. Auch ist die Hitzebelastung an sich nicht zu unterschätzen.

Aktuelles Forschungsprojekt

Zum Thema Klimawandel und Gesundheit hat im Rahmen eines Forschungsprogramms ein Projekt "Klimawandel und Gesundheit" stattgefunden, das seine Resultate bald publiziert: u.a. soll da auch ein Merkblatt zur Tigermücke veröffentlicht werden. Ich denke, es sollte in den nächsten Monaten erscheinen...

Künstliche Wasserstellen als Brutstätten

Nun konkret zu Ihrer Frage: Ja, Tigermücken vermehren sich in stehenden Kleingewässern. Aber es ist tatsächlich so, dass künstliche Wasserstellen (Giesskanne, Blumentöpfe etc.) die Orte sind, in denen sie sich hauptsächlich vermehren (die Behörden nehmen die Privaten also nicht in die Pflicht ohne selbst etwas zu tun; künstliche Wasserstellen sind tatsächlich die wichtigste Brutstätte).

Fressfeinde in natürlichen Wasserstellen

In Mooren wären es nur die offenen Wasserflächen, von denen es in natürlichen Hochmooren dauerhaft wenige gibt. In entwässerten Mooren hingegen gibt es oftmals stehendes Gewässer in den Entwässerungsgräben. Aber sowohl die offenen Wasserstellen in natürlichen, als auch in entwässerten Mooren sind nicht so sehr das Problem. Schliesslich leben darin viele andere Arten (Libellenlarven, Amphibien etc.), die die Mückenlarven fressen.

Erhöhte Temperaturen als Ursache

Was aber v.a. zur Möglichkeit geführt hat, dass sich die Tigermücke verbreiten kann, sind die steigenden Temperaturen. Entsprechend ist es sehr sinnvoll, die Moore zu vernässen, um die Co2-Emissionen, die sie im entwässerten Zustand ausstossen, zu reduzieren.

Zusammengefasst: bereits jetzt gibt es stehendes Gewässer in entwässerten Mooren (in den Gräben). Darin aber werden die Eier der Tigermücke hauptsächlich gefressen. Die grossen Brutstätten sind in "künstlichen" Wasserstellen, wo sie ungestört sind.

Beste grüsse

Lena Gubler

Redaktion

Brunnmattstrasse 3
CH-4053 Basel
+41 78 847 76 51
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